Zeitungsbericht Stuttgarter Nachrichten
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Auf der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover ist der Südwesten mit 13 Projekten vertreten. Wir stellen sie in loser Folge vor. Wir sind kein Scheinunternehmen, sondern eine privatrechtliche, gewinnorientierte GmbH.“ Darauf legt Geschäftsführer Wolfgang Schneider Wert. Denn die „Ich Mach Mit GmbH“, kurz IMM, ist zwar ein Ausbildungsunternehmen der kaufmännischen Schule Bühl, im Unterschied zu anderen schuleigenen Betrieben ist sie jedoch kein Übungsunternehmen. „Unsere Zielvorgabe war absolute Realität“, sagt Peter Peraldo, neben Wolfgang Schneider der zweite Geschäftsführer der GmbH, und Lehrer wie er. „Die IMM tätigt ihre Geschäfte nicht in der großen Pause, sondern auf dem freien Markt im Wettbewerb mit anderen Unternehmen.“ Deshalb ist sie auch nicht als Verein organisiert, sondern zahlt Gewerbe- und Umsatzsteuer wie andere Unternehmen auch. Dennoch liegt ihr Geschäftszweck im Gemeininteresse, denn die IMM vertreibt Erzeugnisse von Behindertenwerkstätten. |
Eingekauft wird bundesweit, entweder direkt von Behindertenwerkstätten, auf Messen oder per Katalog.20 Schüler arbeiten an zwei Nachmittagen in der Woche in allen Geschäftsbereichen mit und eignen sich dabei kaufmännisches Wissen an. Sie prüfen das Angebot, bestellen Waren, kontrollieren die Lieferung, sortieren die Artikel ins Lager und zeichnen sie aus. Das Angebot reicht von Spielwaren aus Massivholz über Geschenkartikel und Papierwaren bis hin zu Jugendmöbeln. Verkauft wird auf Märkten oder Festen, aber auch an andere Unternehmen. Stolz erzählen die Geschäftsführer von ihrem bislang größten Auftrag: In Zusammenarbeit mit einer Sonderschule für geistig behinderte Kinder entwickelte die IMM eine Weihnachtskarte aus handgeschöpftem Papier und bot diese verschiedenen Betrieben an. Mit Erfolg: 3000 Stück wurden bestellt, vier Schwerstbehinderte hatten für vier Monate Beschäftigung. 30 000 Mark setzt das 1996 gegründete Unternehmen mittlerweile im Jahr um.
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Die Gewinne fließen aber zu 100 Prozent in die Behindertenarbeit zurück, da alle Mitarbeiter ehrenamtlich arbeiten. Aus dem sozialen Zweck schöpfen Schüler und Lehrer auch ihre Motivation. „Der Zeitaufwand ist hoch. Da jede Minute aber der Behindertenarbeit zugute kommt, ist der Ansporn groß“, betont Peter Peraldo. Erwünschter Nebeneffekt: Durch die IMM kommen auch die anderen Schüler der Handelslehranstalt mit Behinderten in Kontakt. Regelmäßig besuchen die Klassen die Behinderteneinrichtungen und informieren sich über deren Arbeit. Im Gegenzug werden die Behinderten zu Schulveranstaltungen eingeladen. Bis zum Jahr 2000 soll der Aufbau des Unternehmens abgeschlossen sein. Dazu gehört auch die Verbreitung der Projektidee im Internet. Ihre Registrierung als „weltweites Projekt“ sehen Schüler wie Lehrer als Bestätigung ihrer Idee. Insgeheim denken sie beim Thema „Expo 2000“ aber auch an Hannover: „Unser größtes Ziel ist es, im Jahr 2000 auf der Weltausstellung Behindertenprodukte zu verkaufen“ |
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Letzte Aktualisierung am 19. September 2004.